Ein Bericht im heutigen Morgenjournal (ORF Ö1) betont die zunehmende Professionalisierung der Sommertheater- und -opernszene. Der künstlerische Direktor der Bregenzer Festspiele, David Pountney, wird mit der Wortspende: „Hier machen wir neue Kunst für Leute von heute!“ zitiert. Immerhin wurden in dem Beitrag auch noch Mörbisch und St. Margarethen genannt - und der Begriff des „Unterhaltungstheaters“ fiel in diesem Zusammenhang fast schon schamvoll kurz vor Schluss des Beitrags.
Offenbar ist auch im Sommer Unterhaltung „out“ und „hochgeschraubte Ansprüche“ sind „in“. Seltsam ist nur, dass diese „hochgeschraubten Ansprüche“ an das, was man unter dem Jahr zehn Monate lang in den Wiener Theatern- und Opernhäusern als „Repertoire-“ oder „Stagione-Kost“ vorgesetzt bekommt, qualitativ meist nicht herankommen – schon gar nicht, wenn man die oft überhöhten Sommertheater-Preise in Relation zu den Darbietungen stellt. Und den künstlerisch besonders „hochgeschraubten“ Regisseuren möchte man doch nicht auch noch im Sommer freiwillig begegnen?
Pountney darf man allerdings zu Gute halten, dass er sich auch um Raritäten bemüht: Deshalb spielt man im Bregenzer Festspielhaus heuer eine Oper des Russen Mieczyslaw Weinberg. Vielleicht entpuppt sich dieses Werk eines in der Schostakowitsch-Nachfolge stehenden Komponisten als interessante Neuentdeckung?
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